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Das Geheimnis um Maria von Magdala (Maria Magdalena)

"Hl. Maria Magdalena", Fresko von Piero della Francesca (1415-1492)

Ihre Identität

Unter all den Frauen, die Jesu nachfolgten, nimmt Maria von Magdala oder Maria Magdalena, wie sie auch genannt wird, eine Sonderstellung ein. Denn sie ist die Einzige, die in allen 4 biblischen Evangelien  namentlich erwähnt wird und sie ist die einzige Frau, die keinem Mann als Frau, Mutter oder Tochter zugeordnet ist, sondern nur durch ihren Herkunftsort Magdala gekennzeichnet wird.

 

Hure oder Heilige?

Besonders aber in den apokryphen Evangelien, den Berichten, die keinen Platz in der Bibel fanden, kommt ihre tiefe innere Verbindung mit Jesus ganz deutlich zum Ausdruck.

Doch dies wird in der kirchlichen Lehre nicht gewürdigt.

Im Gegenteil:

Schon früh begann man ihre Gestalt mit der von drei anderen biblischen Frauen, die Jesu Kopf bzw. Füße salbten, zu verschmelzen,  und spätestens im 5. Jahrhundert gelang dies dann auch endgültig.

 

So wurde aus der treuen Jüngerin Maria von Magdala die Sünderin, die Frau mit dem losen Lebenswandel, die Dirne.

Fälschlicherweise, aus welchen Gründen auch immer, hat man sie mit der namenlosen  „stadtbekannten Sünderin“ gleichgesetzt, welche im Haus von Simon, dem Pharisäer, Jesu Füße mit ihren Tränen wäscht und  mit Öl salbt (Lk 7, 36 ff).

 

Eine weitere Salbung wird im Markus-Evangelium erwähnt. Sie erfolgte in Betanien, im Hause Simons, des Aussätzigen, wo Jesu Kopf  von einer ungenannt gebliebenen Frau gesalbt wird (Mk. 14, 3-9 und Mt. 26,  6-13) und auch dies soll Maria von Magdala gewesen sein.

 

Genauso wie eine dritte Salbung Maria von Magdala zugeschrieben wurde. Im Johannes-Evangelium wird beschrieben, wie Maria, die Schwester von Martha und Lazarus, in deren Haus in Bethanien, Jesu Füße salbt und mit ihrem Haar trocknet. (Joh. 12, 1-11)

 

Das die Salbung durch eine Frau mit gleichem Vornamen erfolgte, vereinfachte die Projektion auf Maria von Magdala, die dadurch gleichzeitig zu Maria, der Schwester von Martha und Lazarus wurde.

Dabei sagt der gleiche Vorname nichts über die Identität einer Person aus, zumal gerade „Maria“ einer der geläufigsten Vornamen der damaligen Zeit war und eine wirkliche Identifikation erst durch einen erklärenden Zusatz erfolgen konnte, wie es beispielsweise deutlich wird bei: Maria, die Frau des Cuza.

 

Bei der Jüngerin Maria erfolgte die eindeutige Identifikation durch den Beinamen „von Magdala“ oder „Magdalena“. Sie wird auch in allen Evangelium immer wenn über sie berichtet wird,  mit ihrem Namen genannt, weshalb ich davon ausgehe, das sie eben nicht die namenlose Sünderin sein kann.

Aber auch nicht Maria von Bethanien, die Schwester von Martha und Lazarus.

 

Selbst die katholische Kirche hat diese Gleichsetzung mit der namenlosen Sünderin im Jahr 1969 zurückgenommen, allerdings fast unbemerkt von der Öffentlichkeit.

 

Jesus und Maria von Magdala

Maria von Magdala wird sowohl in den biblischen Evangelien wie auch in apokryphen Schriften als Jüngerin bezeichnet.

 

Besonders in den apokryphen Texten wird ihre Stellung, die sie im Kreis der Jünger einnahm, besonders deutlich. Über sie wird hier geschrieben, dass sie stets auf der Seite der Reinheit, des Geistes, und des Lichtes stand und es ist anzunehmen, dass sie aus diesem Grund, - obwohl sie eine Frau ist – innerhalb der frühchristlichen Gemeinschaft eine große Rolle spielte.

Auch die Gnostischen Gemeinschaften, aus deren Umfeld viele apokryphen Schriften stammen, gehörten zu den ersten frühchristlichen Gemeinden. Hier zählte allerdings nicht das Geschlecht, das ja nach deren Lehre der Materie angehört, sondern einzig die Geisterfülltheit.

Während es bei Paulus heisst, die Frau solle schweigen, so heißt es in der gnostischen Pistis Sophia, cap. 36:  „Jeder, in welchem die Kraft seines Geistes aufwallen wird, darf reden“.

 

Aus den Apokryphen geht auch ganz deutlich hervor, dass Jesus und Maria von Magdala ein sehr enges Verhältnis hatten, das von Achtung und gegenseitiger Wertschätzung geprägt war.

 

Dazu finden wir im Evangelium nach Maria (Fundort: Nag Hammadi, vermutete Entstehungszeit (um 150 n.Chr. oder Anfang 3. Jahrhundert)  zum Beispiel nachfolgenden Text, indem Levi Maria`s Worte bestärkt und die Beschuldigungen, die Petrus ihr entgegnet, zurückweist:  "(....) Und jetzt sehe ich, wie du dich gegen diese Frau groß machst, als wärst du ein Rechtsgegner. Wenn aber der Retter sie für Wert genug hielt - wer bist dann du, das du sie verwürfest? Sicherlich kennt der Retter sie ganz genau. Und deshalb hat er sie auch mehr als uns geliebt.

 

Oder im Evangelium nach Philippos

aus log 55: .... Die Sophia, die man die Unfruchtbare nennt, ist die Mutter der Engel und die Gefährtin des Retters. Der Retter aber liebte Maria Magdalena mehr als alle anderen Schüler. Und er küsste sie oft auf ihren Mund. (...)

 

Diese apokryphen Textstellen belegen, mehr als die biblischen,  welche große Nähe zwischen Jesus und Maria von Magdala bestanden haben muss. Aber auch dass dieser Umstand von den Jüngern oftmals missdeutet und missbilligt worden ist. Sie hatten durch die, in der damaligen Gesellschaft, vorherrschenden traditionellen Unterordnung der Frau, große Probleme Maria von Magdala als gleichwertig anzuerkennen.

 

Trotz des Beweises der großen Nähe, schließen gerade diese Textbelege, meinem Empfinden nach, eine Vermählung von Jesus und Maria von Magdala aus.

 

Für mich spricht die Eifersucht und Missgunst der Jünger auf Maria von Magdala eher dagegen.

Für mich spricht die Eifersucht und Missgunst der Jünger auf Maria von Magdala eher dagegen.

Wäre Jesus mit ihr verheiratet gewesen, dürften die Jünger gar nicht eifersüchtig sein. Es wäre doch normal, wenn Jesus seine Ehefrau auf den Mund küsst und er sich zurückzieht, um mit ihr allein zu sein.

Nur wenn Maria von Magdala "nur" Jüngerin war, auf gleicher Ebene mit den Jüngern stand, und  von Jesus bevorzugt wird, macht dies erst die Missgunst und den Neid bei den männlichen Jüngern verständlich.  Und dann zieht er auch noch eine Frau vor. Das steigert die Empörung der Jünger  noch mehr.

 

 

Neuer Papyrus-Fund - war Jesus doch mit Maria Magdalena verheiratet?

Die enge Beziehung zwischen Jesus und Maria von Magdala, geschildert in den Apokryphen, waren die einzigen Indizien, die eine mögliche Heirat der beiden ins Gespräch brachte.  Bis zum Jahr 2012 gab es ansonsten keine anderen Textbelege, die auf eine mögliche Vermählung mit Maria von Magdala hindeuten.

 

Dann sorgte im Jahr 2012 die Übersetzung eines Papyrus-Fragments aus dem 4. Jahrhundert,  für Aufsehen, in dem Jesus von "seiner Frau" spricht, aber über die Echtheit des Papyrus wird gimmer noch gestritten. Während ein Forscherteam der Universität Harvard dessen Echtheit bestätigt, zweifelt der Koptologe Christian Askeland, Uni Münster, die Echtheit des Textes auf Grund seiner Untersuchungen an.

 

Aber egal ob echt oder nicht, selbst die Historikerin Karen King, von der Harvard-University, die mit der Untersuchung betraut war, schreibt,  das Fragment beweise nicht, dass Jesus verheiratet war. Es zeigt nur, so King, dass darüber im frühen Christentum gesprochen und es dann aufgeschrieben wurde.

 

Hier  die Übersetzung des Papyrus-Textes, der in koptischer Sprache verfasst ist.

Es sind allerdings nur Satzfetzen erkennbar: «Meine Mutter gab mir das Leben [. . .] Die Jünger sagten zu Jesus, [. . .] verweigern. Maria ist dessen würdig [. . .] Jesus sagte zu ihnen: Meine Frau [. . .] sie kann meine Jüngerin sein» – und einige weitere undeutliche Sätze und Wörter. (Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Artikel  vom 27.5.2014, "Hatte Jesus eine Frau?", Autor: Bernhard Lang)


Demnach gibt es immer noch keinen eindeutigen Beweis, dass Jesus und Maria von Magdala miteinander verheiratet waren und für mich deuten die apokryphen Texte, wie schon ausgeführt habe, eher auf das Gegenteil hin.

 

 

Die Unterdrückung von Frauen in führender Position

Männliche Kirchenführer wehrten sich erfolgreich gegen  die ebenbürtige Führungsrolle der Jüngerinnen, die sie zu Lebzeiten Jesu und noch einige Zeit danach, inne hatten und verhinderten die Besetzung entsprechender Posten durch Frauen.

Die alten traditionellen Tabuvorstellungen, was das Wesen und die Reinheit/Unreinheit der Frau betrifft, wurden in der kirchlichen Hierarchie wieder anerkannt und  strikt umgesetzt.

 

Besonders solche Gemeinden,  in denen Frauen und Männer sich an der Gemeindeführung beteiligten,  zogen den Unmut der Kirchenoberen auf sich.

 

Biblische Texte sind sogar dahingehend bereinigt worden, dass, wenn überhaupt Frauen genannt wurden, die in der Gemeinde eine führende Position einnahmen, deren Name in einen Männernamen umgeändert worden ist.

 

Beispiel:  "Grüßt Andronikus und Junias, meine Landsleute und Mitgefangenen, die unter den Aposteln hoch geschätzt sind und die schon vor mir in Christus waren." (Römerbrief 16,7)

Nach neuen Erkenntnissen handelte es sich bei Junias nicht um einen Mann,  wie frühe Kirchenväter schrieben, sondern um eine Frau namens Junia.

Das Gleiche gilt auch für Priska, die sogar trotz weiblicher Namensform, zu einem Mann umdeklariert worden ist.

 

Egal wie, - eine Frau durfte in der sich herausbildenden Kirche, keine leitende Position einnehmen. Was nicht passt, wird passend gemacht.

 

 

Welche Funktionen Frauen in der Gemeindeführung aber ursprünglich inne hatten belegt nachfolgender Text:

 

Tertullian (ca. 150 - 230 n. Chr.), ein lat. Kirchenschriftsteller, schreibt dazu:

... „Sie (die häretischen Weiber) unterstehen sich zu lehren, zu disputieren, Exorzismen vorzunehmen, Heilungen zu versprechen, vielleicht auch noch zu taufen. Es ist einer Frau verboten in der Kirche zu sprechen, auch darf sie nicht unterrichten, taufen, opfern oder sich den Rang eines männlichen Amtes, geschweige denn des priesterlichen Dienstes, anmaßen“.

 

Auch Kirchenvater IRENÄUS, (ca. 135 -202 n. Chr.) bestätigt, die Aufgaben der Frauen in den frühen Gemeinden. Er schreibt, dass Frauen "den Becher mit gemischtem Wein nehmen und die Danksagung sprechen" und ergänzt es noch um "das Prophezeien".

 

Die angeführten Textstellen belegen, dass Frauen ursprünglich in den damaligen Gemeinden eine gleichberechtigte Position wie die Männer einnahmen.

Sie durften lehren, heilen, taufen, prophezeien  und hatten sogar das Amt einer Priesterin inne, samt  Ausübung der Eucharistie.

Die Gleichstellung von Mann und Frau in der Ausübung des priesterlichen Amtes war in der Entstehungszeit des Christentums demnach üblich und kein Einzelfall.

 

Und es zeigt sich genauso eindeutig:

Diese Aufgaben durften nun innerhalb  der, in der  Entstehung befindlichen christlichen Kirche, nicht mehr von Frauen übernommen werden, sondern nur noch von Männern.

 

Dies lässt sich ganz eindeutig nicht auf Jesus zurückführen. Denn bei ihm galt die Gleichstellung von Mann und Frau. Was zählte war die Befähigung, nicht das Geschlecht.

 

Wirkte Maria von Magdala als Apostelin?

Ob Maria von Magdala, trotz ihrer durch Jesus bestätigten Eignung, als Apostelin wirkte und christliche Gemeinden gründete, lässt sich nur vermuten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß, zumal sie sich, zumindest in apokryphen Schriften,  durch ihre Redegewandtheit und  ihre schnelle Auffassungsgabe hervortat. Gesicherte Belege dafür gibt es aber bisher nicht.

 

 

Wann begann die Veränderung des Bildes von Maria von Magdala?

Bei den Kirchenvätern Irenäus (135 -202 n.Chr.), Origines (185-254 n.Chr.) und Chrysostomos (ca. 344-407 n.Chr.) erfolgte noch keine Gleichsetzung mit  verschiedenen Frauengestalten der Evangelien, wie zum Beispiel einer Hure.

 

Auch die orthodoxen Kirchen haben die Vorstellungen, Maria von Magdala sei eine Prostituierte gewesen,  nie übernommen. Im Gegensatz zur Katholischen Kirche, die alles daran setzte, Maria von Magdala als schwach und lasterhaft darzustellen,  erhielt die orthodoxe Kirche das Ansehen von Maria Magdalena. Hier wird sie als  „Isopostolo“, den Aposteln gleich, bezeichnet.  

 

Fehldeutungen durch Papst Gregor (540 - 604 n. Chr.)

In der Folgezeit bemühte man sich, die Geschichte Maria Magdalenas aus der Heiligen Schrift zu rekonstruieren und es kommt zu Fehldeutungen, die noch bis in die heutige Zeit Auswirkungen in Religion, Kunst und Kultur haben.

Papst Gregor der Große (540 - 604 n. Chr.) bündelt in seinen Magdalenen - Homilien die Ansätze und schafft dadurch eine einheitliche Gestalt, die sich Kraft seiner Autorität in der westlichen Welt durchsetzt.

Er zeichnet das Bild einer stadtbekannten Sünderin, die durch Jesu Liebe bekehrt wird:

„Das Weib, das in den Strudel der Sünde gestürzt war, wird durch die Gnade auf den Schwingen der Liebe in die Höhe getragen.“ (Papst Gregor in einem Brief an Gregoria)

 

Welche Textstellen wurden falsch interpretiert?

Im Lukas Evangeliums heißt es:  „Maria, die da Magdalena heißt, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren" (Lukas 8:1-3):

Diese Textstelle ist dazu genutzt worden, Maria von Magdala als Sünderin und als Frau mit zweifelhaftem Lebenswandel darzustellen. Mit den hier genannten sieben Dämonen wurde sexuelle Freizügigkeit und ein ausschweifendes Leben gleichgesetzt.

 

Was bedeutet aber objektiv gesehen die Austreibung von Dämonen ? 

Auch in den Evangelien wird an anderen Stellen von der Heilung von Besessenheit durch Dämonen berichtet, und niemand kam an diesen Stellen auf die Idee, die betroffenen Personen (Männer)  mit  Sündhaftigkeit und lockerem Lebenswandel in Verbindung zu bringen.

An der Anzahl der Dämonen ist nur die Heftigkeit und Schwere der Krankheit zu erkennen.

 

Noch heute werden in manchen Kulturkreisen, aus Mangel an Kenntnis von Krankheitsursachen, diese allgemein auf  böse Geister zurückgeführt, wobei dort auch nicht angenommen wird, dass die Krankheitsursache  mit Sündhaftigkeit verbunden ist.

 

Aber ab  dieser Zeit galt Maria Magdalena nicht mehr als die starke weibliche Führerin, die Jesus während seines langen Sterbens begleitete, die seine Auferstehung als erste bezeugte und in den frühen Gemeinden bekundete, sondern durch kirchliche Auslegung ging das Bild  einer der Reue bedürftigen Dirne mit einem Leben voller Sühne und  Buße in die Geschichte ein.

 

 

Weitere Ausgestaltung ihres lasterhaften Lebens

Um 1000 n. Chr. schmückte Odo von Cluny dann das Leben Maria Magdalenas noch weiter aus und  weist als erster auf ihre vornehme Herkunft hin, nennt die Namen ihrer Eltern, und hält Predigten zur Verehrung Maria Magdalenas. Sie ist jetzt zu einer individuellen Person mit eigener Biographie geworden.

 

Jetzt wird von ihr gesagt:

Sie soll verheiratet gewesen sein, Ehebruch begangen haben und nach Jerusalem geflohen sein und galt als öffentliche Sünderin.  

Nach Jesu Himmelfahrt soll sie aus Liebe zu Jesus zurückgezogen gelebt haben, woraus später ein Buß- und Wüstenleben gemacht wurde.

 

Zwischen 1263 und 1273 entsteht durch den späteren Erzbischof von Genua, den Dominikanermönch Jacobus de Voragine, eine Sammlung der Lebensgeschichten von Heiligen, wobei er dazu vielfältiges Quellenmaterial benutzte wie zum Beispiel die Bibel,  apokryphe Evangelien sowie in Klöstern und im Volk überlieferte Geschichten.

 

In dieser Sammlung steht eine Legende  über Maria Magdalena,

die „Legenda aurea“ (Goldene Legende):

Inhalt:

Nach der Überfahrt über das Meer in einem steuerlosen Boot kommt es durch wunderbare Fügung zur Ankunft in Marseille. Dort predigt sie vor Volk und Fürst und erscheint durch eine Begebenheit um das heidnische Fürstenehepaar, erstmals als Helferin in verschiedenen Nöten.

Schließlich zieht sie sich, aus Liebe zu Jesus 30 Jahre in die Einsamkeit an einer von Engeln bereiteten Stätte zurück. Hier wird sie  siebenmal täglich durch die Engel in den Himmel erhoben und nur durch himmlische Nahrung gespeist. Am Ende ihres Lebens wird sie von Engeln schwebend in eine Kirche getragen - ihr Antlitz ist bereits leuchtend wie die Sonne - empfängt die Hl. Kommunion durch Maximin und stirbt vor dem Altar.  Es wird von 7 Tagen Wohlgeruch im Gotteshaus berichtet, als Zeichen für ihre Aufnahme in den Himmel.

 

Damit ist Maria Magdalena zu einer „echten“ Heiligen geworden und es kommt zur Reliquienverehrung.  Auch von Wunderwirkungen wird berichtet.

 

 

Die Verehrung ihrer Reliquien

Im 9. Jahrhundert seien angeblich Marias sterbliche Überreste in das Kloster nach Vézelay überführt worden, wodurch sich dieses Kloster ab dem  11. Jahrhundert zu einem Wallfahrtsort entwickelte.

Im 13. Jahrhundert ist  verbreitet worden, dass die echten Reliquien in Saint-Maximin-la Saint-Baume (Südfrankreich) gefunden worden seien, wo sie heute noch in einer Krypta aus dem 9. Jahrhundert gezeigt werden.

Auch in Paris, Exeter (England) und Halberstadt (Deutschland) werden Reliquien von ihr verehrt, während die orthodoxe Kirche überliefert, dass Maria von Magdala in Ephesus gestorben und bestattet sei. Seit dem 6. Jahrhundert ist dort ihre Verehrung nachweisbar. Im Jahr 899 sollen dann ihre Reliquien von Ephesus nach Konstantinopel - dem heutigen Istanbul – gekommen sein.

 

Auch die kirchliche Liturgie nahm sich der „Sünderin“ Maria Magdalena an:

Um ihrer Bekehrung zu gedenken, gibt es für  „Sünderheilige“ (damit sind Maria Magdalena und Paulus gemeint) einen separaten Festtag (allgemein wird am  Todestag eines Heiligen besonders an ihn gedacht).

Erste Erwähnung des Festes von Maria Magdalena erfolgte durch den Hl. Beda (um 720 n. Chr.): Er nennt den 22. Juli.

Zusammenfassung:

 

  • Maria von Magdala ist keine Prostituierte, sondern die Apostelin der Apostel, das heisst, sie steht damit noch über den Aposteln
     

Maria von Magdala wird als erste Zeugin der Auferstehung,  dem wichtigsten Ereignis des christlichen Glaubens, in allen vier Evangelien genannt und auch in den apokryphen Schriften nimmt sie eine Sonderstellung unter den Jüngern ein. 

Nirgendwo wird Maria von Magdala als öffentliche Sünderin oder als Prostituierte dargestellt. Dafür gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt und die Kirche hat sich ja auch vor ca. 50 Jahren öffentlich von dieser falschen Darstellung distanziert.

 

Leider ist dies nicht so deutlich und nachdrücklich bekanntgemacht worden, so dass es von der Allgemeinheit kaum beachtet und berücksichtigt wurde und sich ihr Bild in der Öffentlichkeit kaum verändert hat.

 

  • Sie ist furchtlos und viel mutiger als die männlichen Jünger

 

Nach den drei synoptischen Evangelien, d.h. nach Markus, Matthäus und  Lukas, führt Maria eine Gruppe von Frauen an, die Jesu Tod und Begräbnis, sowie die leere Grabstätte und seine Auferstehung erleben.

Diese drei Evangelien weisen deutlich hin auf den Gegensatz zwischen den männlichen Jüngern, die sich voller Furcht versteckten und Jesus im Stich ließen und der unerschütterlichen Treue der weiblichen Nachfolger Jesu. Hierbei wird Maria aus Magdala immer als erste unter den Frauen genannt, die Jesus begleiten und wird damit sozusagen zur Anführerin der Frauengruppe, denn die Identität der anderen Frauen, wechselt von einem zum anderen Evangelium.

So wird zusätzlich  Maria, die Mutter von Jakobus und Johannes, als Begleiterinnen von Maria Magdalena genannt, wobei im Evangelium nach  Markus außerdem noch Salome hinzugefügt wird, während bei Lukas eine Johanna anstelle von Salome benannt ist.

 

Bei Johannes geht sie sogar alleine zum Grab, wobei einige Gelehrte davon ausgehen, dass dessen Version, das tatsächliche historische Geschehen wiedergibt, und das, obwohl dieses Evangelium das Jüngste ist, und erst nach den anderen drei Evangelien niedergeschrieben worden sein soll.

 

In jedem Fall kann davon ausgegangen werden, dass Maria von Magdala, ob mit oder ohne andere Frauen, immer in Jesu Nähe bleibt, auch auf die Gefahr hin selbst festgenommen und vielleicht genauso wie er getötet zu werden. Und sie begleitet ihn auch während seiner qualvollen letzten Lebensstunden. Im Gegensatz zu den männlichen Jüngern, die sich aus Angst versteckt halten.

 

 

  • Keine Hochzeit mit Jesus

Die Jünger würden sich nicht über die bevorzugte Behandlung von Maria von Magdala aufregen, z.B. darüber dass Jesus sie auf den Mund küsst und mit ihr alleine redet, d.h. Intensiv-Schulung gibt, wenn sie tatsächlich verheiratet gewesen wären. Denn dann ist das Verhalten doch ganz normal und kein Grund eifersüchtig zu sein.

 

 

  • Die Apostelin Maria von Magdala

 

Aus dem Bericht der Nachwahl eines Apostels in der biblischen Apostelgeschichte (Apg) geht hervor, welche Vorbedingungen erfüllt sein mussten, um als  Apostel anerkannt zu werden. So heißt es in der Apg 1, 21-22:

 

"Das muss einer von den Männern sein, die mit uns (den anderen Zwölfen) gewesen sind in all der Zeit, in der der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, und zwar von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, an dem er aufgenommen wurde (Himmelfahrt). Mit uns soll er zum Zeugen seiner Auferstehung werden."

 

Die apostolische Funktion gründet sich, wie hier beschrieben wird, auf die  „Nachfolge Christi in Galiläa“ und  auf das „Sehen des Herrn nach der Auferstehung“ .

Dies trifft insbesondere auf Maria von Magdala zu, die die Erste war, der Jesus nach der Auferstehung  erschien und die dann von ihm persönlich als Einzige den Auftrag erhielt, seine Auferstehung zu verkündigen.

 

Leider hat Maria von Magdala durch fehlende Darstellung und falsche Auslegung in den Katholisch/Evangelischen Kirchen als Apostelin keine Beachtung gefunden. Im Gegenteil - ihr Ruf wurde ruiniert und ist bis heute auch nicht, ihrer wirklichen Person  entsprechend, wieder hergestellt worden.

 

Objektiv gesehen müsste sie zumindest das Amt einer Apostelin innegehabt haben. Gehen wir noch von iher Sonderstellung in den Apokryphen aus, so hätte ihr auf Grund ihrer Position im Kreis der Jünger und ihrer erwiesenermaßen sehr großen Wertschätzung durch Jesus, eigentlich die Aufgabe des ersten Bischofs  übertragen werden müssen.

 

"Lux lucet in tenebris" -

"Das Licht leuchtet in der Finsternis"

(Neues Testament,

Johannes, 1, Vers 5)

 

"Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe."

(Neues Testament,

Johannes 12, 46)

Friedensmeditation

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