Forum für Gegenwartsfragen
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Christliche Mystik - tiefe, alles verändernde Glaubenserfahrungen

“Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge,

die wir gehört oder gelesen haben, vielmehr sind es die Dinge,

die wir gelebt, erfahren, empfunden haben.”
 

(C. Woodwards)

"Jesus Christus", gemalt nach den Angaben der polnischen Nonne Schwester Faustina

                                                    

Jesus spricht: “ Ich bin das Licht der Welt.

Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln,

sondern wird das Licht des Lebens haben“

(Joh 8,12).

Was bedeutet Mystik?

 

"Die Mystik ist die „verborgene“ oder „geheime“ Gotteserkenntnis, welche der durch die Liebe mit Gott vereinigten Seele verliehen wird. Sie umfaßt die ganze innere Erfahrung einer ins Absolute versenkten Seele." (Thomas Merton)

 

Die mystische Erfahrung ermöglicht uns, dass wir uns unseres geistigen Ursprungs und Wesens wieder bewußt werden. Mystik betrifft nicht den äußeren Verstand, sondern ergreift den ganzen Menschen. Durch diese lebendige Erfahrung wird es uns möglich das Göttliche mehr und mehr in uns und in der Welt wahrzunehmen.

 

Immer wieder, durch alle Jahrhunderte hindurch, berichten Menschen von ihrer tiefen Beziehung zum Göttlichen und der Hilfe, die ihnen daraus für ihren gesamten Lebensweg erwächst bzw. erwachsen ist.

 

Unterscheidung echter Mystik von falscher Mystik

Wichtig ist die Erkenntnis, dass wahre Mystik nichts mit Okkultismus, Spiritismus oder Magie zu tun hat. Oft werden diese Erscheinungen mit  der Mystik sozusagen in einen Topf geschmissen. Die ist nicht korrekt. Weder Okkultismus, noch Spiritismus oder Magie sind in den Bereich der Mystik einzuordnen. 

 

Wie alle Mystikerinnen und Mystiker betonen, kann nur „die Gnade Gottes uns eine tiefe Erfahrung seiner Selbst verleihen, der die unendliche Wahrheit selbst ist.“(Thomas Merton)

Dabei können als Nebenerscheinungen auch außergewöhnliche Erfahrungen, wie Ansprachen, Visionen, Gesichte und Ekstasen  auftreten.

 

Das Auftreten von Nebenerscheinungen sagt aber nichts über die Tiefe der  Gotteserfahrung  aus. Wahre Verbindung mit dem Göttlichen kann auch ohne derartige Geschehnisse stattfinden.

 

Was kann während einer Erfahrung des Göttlichen auftreten?

Wahrnehmung von Licht innen, wie außen; ein Gefühl von Entzücken, das sich in der gesamten äußeren Erscheinung des Menschen widerspiegelt; oftmals auch Tränen, die durch die geistige Begegnung ausgelöst werden; ein Gefühl von Nähe einer liebenden Gegenwart oder einem himmlischen Wesen; Kontakt mit einer unerschöpflichen Wissensquelle; eine Gänsehaut; ein Gefühl von unendlichem Staunen über diese wunderbare Erfahrung und Erkenntnis des wahren Seins.

Die Wirkung dieser Erfahrung ist so stark, das oft ein einziges Erlebnis dieser Art unauslöschlich in der Erinnerung bleibt und zu einer völligen Veränderung des Wesens führt. Die wirkliche mystische Erfahrung prägt diesen Menschen für sein restliches Leben. Sie läßt ihn die wahren Werte des Lebens erkennen und verwandelt die gesamte Persönlichkeit.

Es entwickelt sich eine tiefe innere Freude (Glückseligkeit)  und Dankbarkeit und der betreffende Mensch sieht dies als großes Gottesgeschenk an und weiß, dass diese innere Verbindung ein Akt der Gnade ist.

 

Im Gegensatz dazu steht die falsche Mystik. Sie bläht das Ego auf, lässt den Stolz wachsen und stärkt das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.  Der Einzelne bezieht alle Erscheinungen und Nebeneffekte nur auf seine eigenen Fähigkeiten und isoliert sich dadurch immer mehr von der göttlichen Gegenwart.

Solche Menschen sind häufig ausschließlich auf sich selbst bezogen, selbstverliebt, dominant und suchen die Bewunderung der anderen.

 

Wahre Mystik hingegen erfüllt den Menschen mit Liebe, Kraft und Harmonie und läßt ihn vor der Größe der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit demütig werden. Er verliert alle Selbstgefälligkeit, weil ihm zutiefst bewusst ist, dass nicht er selbst diese Erfahrungen bewirkt, sondern das Göttliche in ihm.  Er ist  ruht in sich und hat kein Interesse an weltlichem Ruhm.

 

Derartige bewußtseinsverändernde Erfahrungen sind weder durch Meditationsübungen, Hypnose, Drogen oder ähnlichem zu erlangen.

 

Zwar können wir uns dem Göttlichen durch kontemplative Gebete zuwenden und durch verschiedene Meditationstechniken öffnen, aber die fühlbare Einheit mit dem Göttlichen tritt nicht zwangsläufig nach einer gewissen Zeit auf. Sie ist ein Akt der Gnade und kein noch so starker menschlicher Wille wird eine echte mystische Erfahrung hervorbringen.

 

Das Einzige, was diesen Gnadenakt möglicherweise fördert, ist die absichtslose, liebende Hinwendung zum Göttlichen. So wie es Jesus lehrte:

 

"Das höchste Gebot ist das: ‚Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.’

Das andere ist dies: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’ Es ist kein anderes Gebot größer als diese." (Markus 12, 29-31)

 

 

 

Über Christus-Erfahrungen und Christus-Bewusstsein

Jesusbild, dem Turiner Grabtuch nachempfunden

Die Bedeutung von Christus-Erfahrungen

 

Ein Beleg für die Kraft, die von der Begegnung mit Jesus ausgeht, damals wie heute, sind die sogenannten Christus-Erfahrungen.

Noch heute ist Jesus in verschiedenen Formen für die Menschen wahrnehmbar, ob als Gefühl von Wärme und Geborgenheit, ob als Lichtwesen oder in menschlicher Gestalt. Auch Berichte von Menschen aus anderen Religionen, wie Judentum, Islam und Hinduismus, legen Zeugnis dafür ab, dass Jesus Christus immer wieder Menschen erscheint und ihr Leben dadurch vollkommen verändert und unendlich bereichert wird.

 

Einer Untersuchung des Religionssoziologischen Instituts Stockholm zufolge, ist von der tatsächlichen Realität solcher Erlebnisse auszugehen.

Nach einem öffentlichen Aufruf von Dr. G. Hillerdal und Professor B. Gustafsson, hatten sich dort mehrere hundert Menschen gemeldet und von ihren ganz persönlichen Christuserfahrungen berichtet.

Die Forscher hatten mit einer solchen Anzahl nicht gerechnet, doch nach den Kriterien, die für die Echtheit solcher Erlebnisse sprechen, war die überwiegende Zahl tatsächlich als reale Erfahrung anzuerkennen.

 

Um eine Vorstellung der geschilderten Erlebnisse zu erhalten, hier drei kurze Beispiele aus dem Buch „Sie erlebten Christus“, einer Sammlung von Berichten aus dieser Untersuchung:

 

... „Ich habe nun versucht das Gesicht zu beschreiben. An ihm war nichts Ungewöhnliches, ausgenommen die Augen. Oh, diese Augen, sie strahlten von Liebe, wie ein Meer von Liebe. Und diese Liebe war es wohl, die Gott mir zeigen wollte. Seitdem kann ich nicht mehr an Gottes Liebe zu uns Menschenkindern zweifeln.“

 

Oder:

 

..."Dieser Christusblick war so allwissend, allumfassend und wahr, dass ich ihn zeitlebens nicht vergessen kann, noch heute lebt er voll und ganz in meiner Seele fort.“

 

Oder:

 

... „Als 22jähriger war ich schwer erkrankt, meine Zukunftspläne waren bedroht ... Eines Nachts sah ich Christus aus dem Dunkel hervorkommen. Er war auffallend, jedoch mild leuchtend, er beugte sich über mich und mein Bett. Er glich keinem der traditionellen Christusbilder. Was mir am meisten auffiel, war die Macht seiner Augen, Macht und Milde zugleich. Dann zog sich das Bild still zurück und verschwand. Aber darin lag eine starke Mahnung, die ich so deutete: Suche mich!“

 

 

Im gleichen Buch wird der Religionspsychologe H. Sundén folgendermaßen zitiert: „... Die Psychologen können niemals leugnen, dass der Faktor, der den Verlauf veranlasst, von einer uns unbekannten Natur ist, z.B. wirklich von Christus ...“.

 

Und Prof. G. Gustafson fasst die Bedeutung der Christuserfahrungen auf diese Weise zusammen:

„Früh wurden Fragen wegen der Echtheit der Erlebnisse gestellt ... Es handelt sich beinahe ausnahmslos um echte, genuine religiöse Erfahrungen mit bestimmten Merkmalen: Gefühlstiefe, die Empfindung, daß es eine 'Offenbarung' war, eine Verwandlung. Es hat die Menschen in einer tiefen Schicht berührt ... Es ist eine Begegnung mit dem 'Anderen', mit der Wirklichkeit an sich. Es kommt als Offenbarung, plötzlich, ohne persönliche Anstrengung, unerwartet. Darauf erfolgt eine Neuorientierung im Leben und Denken, eine innere und nicht selten eine äußere persönliche Wandlung.“

 

 

Quelle: "Sie erlebten Christus" - Berichte aus einer Untersuchung des religionssoziologischen Instituts Stockholm durch G. Hillerdal und B. Gustafson" , Verlag Futurum, 4. Auflage, 1980, 

ISBN-10: 3856360581

 

 

„Aufforderung zu einem Leben aus dem Geist“

(Neues Testament, Römer 12, 9-21):

 

„Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!

 

Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!

 

Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!

 

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

 

Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft!

 

Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!

 

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

 

Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig!

 

Haltet euch nicht selbst für weise! Vergeltet niemand Böses mit Bösem!

 

Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht!

 

So weit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!

 

Rächt euch nicht selber, liebe Schwestern und Brüder, sondern lasst Raum für

den Zorn (Gottes); denn in der Schrift steht:

Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr.

 

Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat,

gib ihm zu trinken;

tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt.

 

Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“

 

(Römer 12,9-21)

"Lux lucet in tenebris" -

"Das Licht leuchtet in der Finsternis"

(Neues Testament,

Johannes, 1, Vers 5)

Friedensmeditation

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